Haut und Haar der Gründerzeit

Von 1870 bis 1910 wurde mehr auf Gesundheit, weniger auf Make-up geachtet. Die Körperhygiene wurde immer bedeutender. Zur Gesunderhaltung des Körpers machte sich Pfarrer Sebastian Kneipp einen Namen, seine Kurbäder werden noch bis in unsere Zeit angewendet. In der Gründerzeit galt das Schminken für eine ehrbare Frau als moralisch anrüchig. So fand die Verwendung von Make-up heimlich statt, um die Haut zart und durchscheinend erscheinen zu lassen. Auch auf dem Gebiet der Schönheitsoperationen experimentierte man schon, bereits seit dem 18. Jahrhundert korrigierte man z. B. Hängewangen, Ohren, Lippen und hässliche oder deformierte Nasen.

Haut und Haar der Französischen Revolution

Am 14. Juli 1789 stürmten Bauern, Bürger und Arbeiter die Bastille in Paris. Ein Direktorium übernahm die Führung der Republik, das jedoch bald von Napoleon gestürzt wurde. Als erster Konsul regierte er Frankreich und krönte sich 1804 zum Kaiser. Mit Napoleon verschwanden Schminke, Puder und Perücken wieder, man trug das Haar unkompliziert und wild. Es wurde mehr Wert auf Körperpflege gelegt, auch wurde wieder gebadet. Napoleon förderte den griechisch-römischen Stils des Haares. Locken wurden aufgesteckt oder zu Knoten frisiert, kunstvolle Haarnadeln und Diademe waren ein beliebter Haarschmuck.

Haut und Haar des Jugendstils

Ab 1900 bis etwa 1920 fand medizinische Aufklärung über das Verhältnis von Gesundheit, Natur und Schönheit statt und führte dazu, dass Frauen aus allen Bevölkerungsschichten Kosmetikprodukte begehrten. Bisher wurde Kosmetik unter dem Ladentisch verkauft. Die Erneuerung brachte das Kaufhaus Selfridges. Puder, Rouge, Lippenstifte usw. wurden in ansprechenden Verpackungen angeboten.

Francois Coty brachte neben seinen Kosmetikartikeln auch seine Duftnoten heraus. Helena Rubinstein eröffnete in England und zwei Jahre später Elisabeth Arden in den USA ihren Kosmetiksalon. 1915 ging Helena Rubinstein nach New York und konkurrierte Jahrzehnte lang mit Elisabeth Arden.

Flüssiges Make-up verdrängte den Puder und zum Nachziehen von Lippenkonturen gab es spezielle Stifte. Die zarte und durchscheinende Haut war auch in dieser Zeit beliebt und man zog sich zur Unterstützung dieses Eindrucks die Adern auf dem Dekolletee sogar mit Wasserfarben nach.

Geschichte der Mascara

Eugène Rimmel, ein französischstämmiger britischer Parfümeur (1820-1887), erfand die erste feste Mascara! Er produzierte einen schwarzen Block, den er mit einem feuchten Bürstchen rieb und damit die Wimpern tuschte.

1913 verbesserte der Chemiker T. L. Williams die Tusche für seine Schwester Maybel: durch eine Paste aus Kohlenstaub und Vaseline. Dies war ein großer Erfolg und er gründete die Firma Maybelline.

Der Name setzt sich aus dem Wort Maybel und Vaseline zusammen. Die erste wasserfeste Wimperntusche der Welt erfand 1935 die Sängerin und Tänzerin Helene Winterstein: La Bella Nussy, der Klassiker in der Dose.